Stipendium

Hallo! Hier bin ich wieder, um euch, wie versprochen, etwas speziell zum Stipendiumsablauf zu sagen. Undzwar hatte ich mich in den Sommerferien 2012 ganz ausführlich über ein Auslandsjahr informiert. Ich bin mit meiner Freundin zu einer Messe gegangen, habe viele Prospekte mitgenommen, habe mir welche zuschicken lassen, habe im Internet viel recherchiert und auch bei den zuständigen Organisationen angerufen, wenn ich Fragen hatte.

Schließlich hatte ich mir einige Organisationen ausgesucht, bei denen ich mich für ein Stipendium bzw. Teilstipendium bewerben wollte. AYUSA hatte mir von Anfang an sehr gut gefallen, sogar am besten und das sage ich nicht einfach so, sondern ich fand die Leute, die dort arbeiten direkt sympathisch und habe auch von ein paar Leuten, die mit AYUSA im Ausland waren, viel Gutes gehört!

Trotzdem habe ich mich auch bei anderen Organisation beworben, da ich natürlich meine Chance auf ein Stipendium vergrößern wollte und die Organisationen auch gut wirkten.

Im Herbst hatte ich, soweit ich mich noch erinnern kann, die Kurzbewerbung abgeschickt und habe mich für den weiteren Stipendienverlauf qualifiziert, woraufhin ich dann die Unterlagen für die ausführliche Bewerbung zugeschickt bekam. Das war wirklich ein ganzer Stapel Papiere mit Ausfüllhilfen, Verträgen und Unterlagen, die man selber, die Eltern, der Englischlehrer, die Schule und der Hausarzt ausfüllen mussten. Da sollte man sich auf jeden Fall viel Zeit nehmen, denn diese Bewerbungsunterlagen werden dann nach Amerika geschickt, wo sie sich die potenziellen Gastfamilien anschauen. Deshalb habe ich mir da auch viel Mühe gegeben und auch bei der Foto-Collage, die ich aus Fotos meiner Familie, meiner Freunde und mir zusammengestellt hatte.

In dieser Zeit bekam ich auch einen Anruf von einem Mitarbeiter von AYUSA, der mich nochmal persönlich fragte, warum ich mich für die USA und allgemein für ein Auslandsjahr interessiere.

Daraufhin wurde ich dann zum Stipendientag in Berlin, der im November stattfand, eingeladen, was mich sehr, sehr freute! 🙂 Aber natürlich war ich auch schon gespannt, was da so auf mich zukommen würde. Es fing mit einem Auflockerungsspiel an, bei dem wir uns alle (ich schätze mal, wir waren 20 Leute und 2 AYUSA-Mitarbeiter) in einem Kreis aufstellten und uns gegenseitig einen kleinen Ball zuwarfen. Derjenige, der den Ball hatte, musste seinen Namen, sein Alter, wo er sein Auslandsjahr machen will und eine Charaktereigenschaft mit dem ersten Buchstaben seines Vornamens sagen. Ich kam direkt als Zweite dran und hatte das Wort „souverän“ gewählt, da mir kein Besseres eingefallen war, das mich besser beschreiben würde. Manchen ist kein Wort eingefallen. Das war aber nicht weiter schlimm.

Danach ging es weiter mit jeweils zwei Gruppenarbeiten. Bei der ersten mussten wir ein Plakat erstellen, auf dem stehen sollte, was wir uns jeweils von einem Auslandsjahr erhoffen und was unsere Stärke ist.

Bei der zweiten Gruppenarbeit ging es um das Schulsystem in Deutschland und wie man es verbessern könnte. Dazu sollten wir wieder ein Plakat erstellen. Während den Gruppenarbeiten gingen die beiden Mitarbeiter von Gruppe zu Gruppe und machten sich zu jedem Bewerber Notizen, wie er innerhalb der Gruppe agiert u.s.w.. Das kann einen leicht nervös machen, weil man sich natürlich fragt, was die da aufschreiben, aber am besten versucht man, sie zu ignorieren.

Nachdem die Zeit für die Vorbereitung der Plakate beendet gewesen war, präsentierte jede Gruppe ihre Ergebnisse und die anderen hörten zu und konnten anschließend Fragen stellen.

Ich muss sagen, die Atmosphäre war schon ziemlich locker. Ich meine, die Mitarbeiter waren auch nicht viel älter als wir. Vielleicht Ende 20 und sie hatten auch schon ein Auslandsjahr hinter sich, was ich ziemlich cool finde. Trotzdem war ich natürlich nervös, da mir mein Auslandsjahr und folglich auch Stipendium sehr wichtig war und immer noch ist.

Danach gab es eine Pause von einer Stunde, wenn ich mich nicht irre. Da sind wir alle zu Subway gegangen und haben uns etwas zu essen gekauft. Ich habe mich mit vier Mädchen zusammengesetzt und wir haben gequatscht. Die Gruppe war mir schon ziemlich sympathisch und ich freue mich, einige von ihnen beim Vorbereitungstreffen im Juni wiederzusehen.

Danach ging es direkt weiter mit dem SLAP-Test, der aus einem Listening- Part und Reading-Part besteht. Anfangs waren die Aufgaben echt leicht, aber bis zum Ende hin wurden sie erheblich schwerer. Man sollte den Test auf jeden Fall nicht unterschätzen! Bei mir hat es ein Glück geklappt, auch wenn ich nicht weiß, wie viele Fehler ich hatte, was aber im Endeffekt egal ist. Hauptsache bestanden! 😀

Daraufhin kamen wir zur abschließenden Aufgabe. Wir sollten alle zusammen eine Nachrichtensendung schauspielern, in der wir von dem Stipendientag berichten. Jeder hat eine oder mehrere Rollen bekommen und meine Gruppe war schon lustig. Wir haben da viel Humor eingebaut. Ich habe eine Politikerin gespielt, die etwas zum Schulsystem gesagt hat. Während wir die Nachrichtensendung geplant haben, wurden einzeln Leute herausgerufen, die dann von jeweils einem Mitarbeiter interviewt wurden. Zuerst auf Deutsch und dann auf Englisch. Eigentlich waren das die Fragen, die man bei der ausführlichen Bewerbung bereits beantwortet hatte, aber die wollten das scheinbar nochmal „live“ hören.

Nachdem wir unsere Nachrichtensendung aufgeführt hatten, war der Stipendientag beendet. Das heißt er begann um 10 Uhr und ging bis 18 Uhr. Deshalb konnte ich leider, leider an diesem Tag nicht zur Schule. Haha

Als wir uns alle verabschiedet haben, war ich irgendwie traurig. Obwohl wir uns an dem Tag erst kennengelernt hatten, hatte man die Gruppe schon etwas ins Herz geschlossen.

Das war´s dann eigentlich auch! In der Zeit danach bekam ich dann den Brief, dass ich ein Teilstipendium bekomme. Ich war unglaublich froh! Die Mühe hatte sich also gelohnt!!! Also, Leute, wenn ihr auf ein Stipendium angewiesen seid, dann bewerbt euch, gebt euch viel Mühe bei den Bewerbungsunterlagen, seid offen und dann klappt das bestimmt! 🙂

Hallo Welt!

Hey, ganz offensichtlich interessierst du dich für ein Auslandsjahr oder du kennst mich oder du bist zufällig auf meinen Blog gekommen! Wie auch immer, jetzt wo du schon da bist, kannst du ja auch weiterlesen! 🙂

Also, mein Name ist Sibel Polat, ich bin  16 Jahre alt und habe mich für ein Austauschjahr in die USA entschieden. Ich möchte euch zunächst berichten, wie ich meine Gastfamilie bekommen habe. Undzwar war das im Februar diesen Jahres. Ich kam von einem ganz gewöhnlichen Schultag nach Hause, fertig wie immer und dann sah ich einen großen, weißen Briefumschlag auf meinem Bett. Da habe ich mich erstmal direkt gefreut, da ich mich wirklich über jeden einzelnen Brief von AYUSA freue. Egal, worum es in ihm geht. Dadurch wird mein Auslandsjahr, das ich mir schon, seitdem ich circa zehn Jahre alt bin, wünsche, nämlicher Stück für Stück immer realer.

Als ich mir den Briefumschlag genauer anschaute, bemerkte ich, dass da drauf ganz auffällig „CONGRATULATIONS“ stand und da war ich mir sicher, dass für mich eine Gastfamilie gefunden worden war. Sofort rannte ich komplett aufgeregt ins Wohnzimmer zu meiner Mutter und meiner Schwester und konnte es kaum noch erwarten, den Brief zu öffnen, was ich dann auch direkt tat.

In dem Brief stand zunächst, in welchen Staat der USA ich kommen werde: Nebraska (Merna, in der Nähe der Hauptstadt Lincoln)! Das sagte mir erstmal nicht viel. Deshalb las ich weiter. Ich schaute mir einen Steckbrief meiner Gastfamilie an und freute mich, dass ich so viele Gastgeschwister habe. Meine Gastfamilie besteht aus sechs Mitlgliedern: der Mutter Lori, dem Vater Shannon, meiner 15-jährigen Gastschwester Taya, meiner 6-jährigen Gastschwester Kayley und den 4-jährigen  Zwillingen Kaden und Trevin. Meine Gastfamilie betreibt eine Farm, hat viele Kühe, Katzen und Hunde. Das hörte sich einfach toll an und auf den Bildern wirkte meine Gastfamilie auch sehr sympathisch. Allerdings war ich ziemlich verwundert, als in den paar Zeilen, die sie persönlich an mich geschrieben hatten, statt „Sibel“ „Selina“ stand. Aber dies war höchstwahrscheinlich ein Computerfehler, denke ich zumindest. Haha!

Was ich auch echt schön fand, war, dass AYUSA noch ein paar Seiten zu meinem Staat mitgeschickt hatte, auf denen Angaben zum Klima, historischen Ereignissen und allgemein zu typischen Dingen für Nebraska standen.

Ich war so überrascht. Denn ich hatte an dem Tag wirklich gar nicht damit gerechnet und hätte überhaupt nicht gedacht, dass ich so früh eine Gastfamilie bekomme. Ich dachte, ich müsste noch bis zum Frühling oder Sommer warten, aber es stimmt wirklich: Wenn man am wenigsten damit rechnet, passiert es und es ist wirklich ein unvergesslicher Moment!

Ich habe auch erfahren, auf welche Schule ich komme. Nämlich auf die Anselmo-Merna High School, auf die auch meine Gastschwester Taya geht. Das ist echt cool, weil ich dann schon jemanden kennen werde und hoffentlich der Einstieg für mich nicht so schwer sein wird.

Als ich mir alle Papiere aus dem Umschlag zig-mal durchgelesen hatte, musste ich die Freude noch mit jemand anderem teilen außer meiner Familie, die sich natürlich auch für mich freute. Also versuchte ich, eine meiner besten Freundinnen zu erreichen, die aber natürlich nicht ranging. Das war schon doof, aber eine Stunde später oder so konnte ich sie dann erreichen und sie freute sich auch richtig für mich, was mich noch glücklicher machte!

 

So viel erst einmal zu dem großen, großen Tag, an dem ich meine Gastfamilie bekommen habe! 😀 Ich werde bald noch etwas zu dem Stipendiumsverfahren und dem Stipendientag bei AYUSA erzählen, da sich sicherlich auch ganz viele dafür interessieren und da ich das alles schon hinter mir habe und erfolgreich ein Teilstipendium erhalten habe, werde ich demnächst noch einmal das Wichtigste rekonstruiren, so dass ihr eine gute Vorstellung davon bekommt.